Im Interview mit Heiko Sippel

Zeigen Jugendliche immer mehr Interesse an Politik?

Schlagabtausch zwischen dem Abgeordneten und Schülern der BBS Alzey. Heiko Sippel, ein SPD-Politiker aus Alzey und Mitglied des Landtags beantwortet kritische Fragen der HBF HW 17.

Interviewer: Hallo Herr Sippel und vielen Dank vorab für Ihre Zeit und Offenheit. Ich bin heute Journalist / Youtuber und habe Fragen an Sie vorbereitet. Die erste wäre, wie Sie mit dem Klischee umgehen, dass sich Jugendliche immer mehr vom politischen Geschehen abwenden und wie Sie im Gegenzug versuchen, gerade Jungwähler zu gewinnen?

Heiko Sippel: Um ehrlich zu sein, habe ich das genaue Gegenteil festgestellt. Ich habe in letzter Zeit einige Schulen im Umkreis besucht und dort war das Interesse erstaunlich groß bezüglich Politikthemen aller Facetten. Klar gibt es Ausnahmen, die andere Interessen haben, aber die gibt es schließlich überall.

Interviewer: An Schulen gibt es ja hauptsächlich Erstwähler oder jüngere Jugendliche. Was halten Sie von der Idee, das Wahlalter nun schon auf 16 Jahre zu reduzieren?

Heiko Sippel: Finde ich an sich eine gute Idee, da man so schon früh anfangen kann und muss, Politik für Jugendliche interessant zu gestalten. An den Schulen, aber auch zuhause. Allerdings müsste, um ein solches Gesetz auf Bundesebene durchzusetzen, der Bundestag mehrheitlich dafür abstimmen, wobei dieser im Moment noch damit beschäftigt ist, eine Regierung zu bilden.

Interviewer: Wäre ein Gesetz dieser Art in der Zukunft, wenn sich auf eine Koalition geeinigt wurde, vorstellbar?

Heiko Sippel: Vorstellbar auf jeden Fall. Ob das in der Praxis so leicht funktioniert, ist nun die andere Frage.

Interviewer: Alles klar, vielen Dank erst einmal an der Stelle für Ihre Antworten. Ich komme nun zu meiner nächsten Frage, und zwar, wäre es in Ihren Augen sinnvoll, das Mindestalter für den Erwerb einer KFZ-Fahrerlaubnis ebenfalls auf 16 zu senken?

Heiko Sippel: Das ist in meinen Augen weniger sinnvoll, da man schließlich mit dem BF17-Projekt, also Fahren mit Begleitung oder mehr unter Beobachtung, den angehenden Autofahrern bereits einen großen Schritt entgegengekommen ist, dass sich diese schon so früh wie möglich einen vernünftigen Fahrstil aneignen können.

Interviewer: Das begleitete Fahren 17 war anfangs ein Pilotprojekt in Bayern um zu testen, wie sich junge Teilnehmer im Straßenverkehr behaupten und zurechtfinden. Wäre es an diesem Punkt nicht sinnvoller, das Alter auf 16 zu senken, damit vielleicht sogar eine Generation geschaffen werden kann, die fast unfallfrei fährt?

Heiko Sippel: Ebenfalls ein gutes Argument, aber da stehen wir dem gleichen Problem gegenüber, wie dem der vorherigen Frage. Bis ein Gesetz dieser Art durchgesetzt werden kann, müssen erst Studien und Befragungen gemacht werden und ausgewertet werden; danach würde höchstwahrscheinlich wieder das Ganze als Pilotprojekt stattfinden um zu sehen, wie sich dieses schlägt und auswirkt.

Interviewer: Vielen Dank Herr Sippel, dass Sie sich Zeit genommen haben um meine Fragen zu beantworten und es hat ebenfalls viel Spaß gemacht, ein Mal eine andere Rolle einzunehmen, als den Schüler zu repräsentieren.

 

Von Max Blechschmidt, HBF HW 17