Workshop "Umgang mit an Demenz erkrankten Kunden im Friseursalon"

Umgang Demenz erkrankte Kunden Friseur

Das 3. Ausbildungsjahr der Friseur-Berufsschulklasse BS Fris 16 lernt praktische Tipps im Umgang mit an Demenz erkrankten Kunden

Unterstützt von Profis des evangelischen Dekanats Alzey und der Rheinhessen Fachklinik erfahren die Auszubildenden, wie sie auf Kunden mit diesem Krankheitsbild, an dem auch junge Menschen durch Suchtmittelkonsum leiden können, am besten eingehen.

Diplom-Sozialpädagogin Bettina Koch vom Netzwerk Demenz und Günter Eiserfey, Dekanatsjugendreferent vom evangelischen Dekanat Alzey, waren zu Gast in der Friseur-Berufsschulklasse der BS Fris 16. Inhalt des Workshops, der im Lernfeld 12 "betriebliche Prozesse organisieren" zum Thema Zielgruppen stattfand, war der Umgang mit an Demenz erkrankten Kunden, deren Zahl als Kunden in den Friseursalons zunimmt.

"Es leiden nicht nur alte Menschen an Demenz", erklärte Frau Koch, "auch junge Menschen sind auf Grund von starken Alkohol- und Drogenkonsums betroffen." Demenz kann man mit Puzzle-Teilchen im Gehirn, die locker sind oder fehlen erklären, so Frau Koch. Die Krankheit äußert sich durch z.B. Konzentrations-, Orientierungs- und Gedächtnisstörungen beim Kurzzeitgedächtnis, aber auch durch eingeschränkte Alltagskompetenz, z.B. geht die Planungsfähigkeit verloren.

Die Schüler und Schülerinnen erzählten nun von ihren Erfahrungen mit demenzkranken Kunden und erhielten von den Profis praktische Tipps für den Umgang mit dieser Kundengruppe:

  • Freundlich, sachlich bleiben
  • Betroffene in "ihrer Welt abholen" - auf Erzählungsinhalte eingehen, auch wenn diese sich wiederholen
  • In einfachen Sätzen sprechen, keine Entscheidungsfragen stellen, einfache Lösung anbieten
  • Nicht mit Defiziten konfrontieren
  • Bei fortgeschrittener Demenz sollten Angehörige während der Behandlung dabei bleiben.

Im anschließenden Rollenspiel übten die Auszubildenden den Umgang mit an Demenz erkrankten Kunden unter Anleitung von Frau Koch: am Arm zum Waschbecken führen, Blickkontakt halten, Zuwendung und Sicherheit geben, Arbeitsschritte genau erklären.

Als besonderes Highlight hatte Frau Koch einen Simulationsanzug dabei, der körperliche Einschränkungen im Alter vermittelt: u.a. eingeschränktes, verschwommenes Sichtfeld, Blockaden an den Gelenken. Mehrere Schülerinnen und Schüler nutzten diese Gelegenheit um sich besser in die Lage der Kunden versetzen zu können.

 
von Karina Zechner, Fachpraxislehrerin der BS Fris.