Körperwelten in Heidelberg – Anatomie des Glücks

Klassenfoto

"Das Glück gibt es nicht, es gibt nur glückliche Augenblicke" – ein chinesisches Sprichwort über das Glück als Motto für den Ausflug von Schülern aus drei Klassen der höheren Berufsfachschule am 29. März 2019 nach Heidelberg in die Körperweltenausstellung?!

Der Tag fing auf alle Fälle gut an und der strahlende Sonnenschein am Morgen und die Aussicht auf einen Tag ohne Unterricht, dafür in der wunderschönen kurpfälzischen Residenzstadt Heidelberg, konnte bei dem ein oder anderen Schüler und den drei begleitenden Lehrkräften Glücksgefühle auslösen.

Der Ausflugstag in Heidelberg begann mit einer einstündigen Stadtrundfahrt, auf der die Fremdenführerin nicht nur interessante Informationen über Geschichte und Sehenswürdigkeiten gab, sondern wir auch erfuhren, dass jeder vierte Bewohner Heidelbergs ein Student und somit die Stadt die Jüngste in Baden- Württemberg ist. Diese Tatsache ist auch der Grund für eine grüne und somit umweltbewusste Stadtpolitik, was man an dem ehrgeizigen Ziel erkennt, dass die Stadt bis 2050 90% ihres CO2-Ausstoßes reduzieren will und ein neuer Stadtteil, der gerade gebaut wird, aus Häusern bestehen wird, die ihre Energie selbst produzieren.

Die Fahrt durch Innenstadt und entlang des Neckars war nicht nur informativ sondern zeigte uns auch die Schönheiten unseres heutigen Ausflugsziels. Bis zum Besuch der Ausstellung Körperwelten, wo wir uns mittags trafen, konnte dann jeder seine eigenen Glückerlebnisse in der Stadt sammeln beim Schlendern durch die Altstadt oder dem Sitzen in einem Straßencafé in der Sonne.

HeidelbergDie Körperweltenausstellung selbst zeigte eindrucksvoll die Anatomie des menschlichen Körpers und punktete auch durch ihre interaktiven Elemente. So konnte man sich zum Beispiel den Blutdruck messen, auf einem Ergometer seine Fitness testen oder eine Gesichtserkennung zeigte geschätztes Alter und Gemütsverfassung an.

Einige Schüler hätten sich mehr Hintergrundinformationen zu dem Zusammenspiel der Organe im Körper gewünscht oder hatten sich die Vorstellung größer vorgestellt. Die Zurschaustellung der Schwangeren mit Kind stieß auf geteiltes Echo, einige Schüler fanden es schwer zu ertragen und grenzwertig.

Sich immer wieder zu verdeutlichen, dass hier Menschen, die gelebt hatten, als tote Körper plastiniert wurden, fiel dem ein oder anderen schwer und manch einer hätte gern mehr über die Todesumstände erfahren. Die Raucherlunge oder die Darstellung eines Herzinfarktes oder Schlaganfalls und auch das Aussehen eines Gehirns bei Alzheimererkrankung beeindruckten aber doch. Viele Aussagen über das Glück begleiteten die Ausstellung und eine Statistik, die zeigte, dass eigene Kinder eher nicht glücklich machen, brachte doch den einen oder anderen zum Nachdenken.

Der Fragebogen, den die Schüler während ihres Rundgangs ausfüllen sollten, hätte ihrer Meinung nach ruhig etwas kürzer ausfallen können, um das Glück des Ausflugtages perfekt zu machen. Aber der Tag hatte definitiv viele glückliche Augenblicke und war ein gelungener Ausflug.

Christel Stapf